Wien, 06.03.2025 - Der Vertrieb gefährlicher oder nicht zugelassener Produkte, irreführende Werbung oder verbotene Heilversprechen stellen im Onlinehandel erhebliche Risiken für Konsumentinnen und Konsumenten dar.
„Die Marktüberwachung im Onlinehandel ist eine wichtige Ergänzung zu den Kontrollen im stationären Handel und trägt zur Sicherheit von Verbraucherinnen und Verbraucher nachhaltig bei “, betont Christoph Rinner die Ausgangslage für das von der AGES geleitete Forschungsprojekt „eMarketShield“.
„Die Marktüberwachung im Onlinehandel ist eine wichtige Ergänzung zu den Kontrollen im stationären Handel und trägt zur Sicherheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern nachhaltig bei “
Das Projekt dient der Stärkung von risikobasierten Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen im Online-Lebensmittelhandel mittels künstlicher Intelligenz (KI)“ und dem Ausbau der digitalen Marktüberwachung im Lebensmittelbereich. Dabei werden innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, um die Sicherheit und Transparenz im Online-Handel nachhaltig zu verbessern.
Innovative Ansätze für mehr Sicherheit im Onlinehandel
Das Projekt eMarketShield besteht aus einem interdisziplinären Projektkonsortium bestehend aus Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) als Bedarfsträger, der FH Oberösterreich Campus Hagenberg, dem Linzer Institut für qualitative Analysen (LIquA), dem Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT), X-Net Services GmbH sowie Xylem Science and Technology Management GmbH unter der Leitung der AGES. Ziel ist es, innovative Kontrollansätze zu entwickeln, die speziell auf die Anforderungen der Marktüberwachung im Onlinehandel zugeschnitten sind. Aufbauend auf bewährten Verfahren aus dem stationären Handel werden moderne Technologien wie Web-Crawling (zur Erfassung von Struktur und Inhalt von Webseiten), Scraping (zum Auslesen von Texten) und API-Zugriffe (zur Verbindung von Systemen) genutzt. Darüber hinaus kommen fortschrittliche Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) wie Large Language Models (LLM) zum Einsatz, um natürliche Sprache zu verstehen und verdächtige Inhalte zu identifizieren.
Ein besonderer Fokus liegt auf der datengestützten Analyse, um Schwachstellen in der aktuellen Internetmarktüberwachung zu identifizieren. Durch die Entwicklung und Evaluierung eigener Kontrollansätze – insbesondere für Nahrungsergänzungsmittel – und den Vergleich mit bestehenden Lösungen will eMarketShield die Effizienz und Effektivität der Marktüberwachung erheblich steigern. Die Erkenntnisse sollen auch auf andere Produktkategorien übertragbar sein, die online verkauft werden. "Die dahinterliegende IT-Infrastruktur sowie die technischen Systeme sind dabei so gestaltet, dass Missbrauch oder Manipulation beinahe unmöglich bzw. schnell erkennbar sind. Nur, wenn die entwickelten Lösungen europäisch souveräne und zuverlässige Ergebnisse bringen und Rechtssicherheit bieten, lassen sie sich auch sinnvoll am Markt einsetzen", erklärt Nikolaus Dürk, Geschäftsführer von X-Net, die Herangehensweise im Projekt.
"Die dahinterliegende IT-Infrastruktur sowie die technischen Systeme sind dabei so gestaltet, dass Missbrauch oder Manipulation beinahe unmöglich bzw. schnell erkennbar sind. Nur, wenn die entwickelten Lösungen europäisch souveräne und zuverlässige Ergebnisse bringen und Rechtssicherheit bieten, lassen sie sich auch sinnvoll am Markt einsetzen"
Interdisziplinäre Zusammenarbeit starker Partner
„Neben der Marktüberwachung werden die Ergebnisse von eMarketShield auch die Präventionsarbeit gegen Internetbetrug unterstützt. Damit können wir im Rahmen der Watchlist Internet Konsumentinnen und Konsumenten noch effektiver vor irreführenden Angeboten sowie gefährlichen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln warnen“, so ÖIAT-Geschäftsführer Bernhard Jungwirth über die Kick-Off-Veranstaltung am 19. November 2024. Die Auftaktveranstaltung bot nicht nur den Projektpartnern, sondern auch zahlreichen externen Stakeholdern die Möglichkeit zum Austausch. Vertreterinnen und Vertreter von unterschiedlichen Behörden wie dem Bundesamt für Verbrauchergesundheit (BAVG), dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) sowie dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) unterstützten das Projekt im Vorfeld mit einem „Letter of Intent“.
„Neben der Marktüberwachung werden die Ergebnisse von eMarketShield auch die Präventionsarbeit gegen Internetbetrug unterstützt. Damit können wir im Rahmen der Watchlist Internet Konsumentinnen und Konsumenten noch effektiver vor irreführenden Angeboten sowie gefährlichen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln warnen“
Großes fachliches Interesse zeigten Vertreterinnen und Vertreter des Bundesamtes für Ernährungssicherheit (BAES), der Abteilung Produktsicherheit des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), des Büros für Tabakkoordination, der Lebensmittelaufsicht Wien, der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) sowie des AGES-Geschäftsfeldes Lebensmittelsicherheit. Im Rahmen des Kick Offs wurden die Bedürfnisse der unterschiedlichen Stakeholder identifiziert. In intensiven und konstruktiven Diskussionen wurden zentrale Projekt-Ansätze und -Strategien erörtert und der Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt.
Zukunftsweisendes Forschungsprojekt für den Verbraucher:innen-Schutz
„Die Erkenntnisse dieses Projekts dienen der Identifizierung möglicher Schwachstellen in der behördlichen Marktüberwachung des Onlinehandels und liefern Lösungen zur Minimierung potenzieller Risiken für die Konsument:innen in Österreich durch neue risikobasierte Kontrollansätze mittels datengestützter Entscheidungsgrundlage“, erwartet Carolin Krejci seitens der Abteilung Lebensmittelsicherheit des Gesundheitsministeriums Verbesserungen für den im Verbraucher:innenschutz im Onlinehandel.
„Die Erkenntnisse dieses Projekts dienen der Identifizierung möglicher Schwachstellen in der behördlichen Marktüberwachung des Onlinehandels und liefern Lösungen zur Minimierung potenzieller Risiken für die Konsument:innen in Österreich durch neue risikobasierte Kontrollansätze mittels datengestützter Entscheidungsgrundlage“
Durch eMarketShield soll die Sicherheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern im Onlinehandel verbessert werden. Der Fokus liegt im Bereich Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik und Spielzeug. Das Projekt wird durch das Förderprogramm KIRAS der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt und trägt aktiv zur digitalen Souveränität Österreichs bei. Durch die Entwicklung innovativer Kontrollansätze soll das Projekt langfristig die Effizienz und Effektivität der Marktüberwachung steigern und so einen bedeutenden Beitrag zur Sicherheit im Onlinehandel leisten. eMarketShield erhöht damit auch den dem Schutz von Konsumentinnen und Konsumenten vor digitalen Risiken.
Rückfragen & Kontakt:
AGES - Österreichische Agentur für
Gesundheit und
Ernährungssicherheit GmbH
Telefon: +43 (0)50 555-25000
E-Mail: presse@ages.at
Website: https://www.ages.at